HIV/AIDS - DIE FAKTEN
Im Zusammenhang mit der tödlichen und bislang nicht heilbaren Immunschwächekrankheit wird zwischen der Infektion mit dem HI-Virus (für humane Immunschwäche) und dem eigentlichen Ausbruch der Krankheit Aids (Acquired Immunodeficiency Syndrome - erworbenes Immunschwäche-Syndrom) unterschieden.
*Die Infektion mit HIV erfolgt über Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma und Scheidensekret, aber auch über die Muttermilch. Neben ungeschütztem Vaginal- und Analverkehr gilt die gemeinschaftliche Nutzung von Spritzen durch Drogensüchtige als ein Hauptübertragungsweg.
*Bei normalem Körperkontakt gibt es dagegen kein Infektionsrisiko, da die Körperhaut im Gegensatz zur Schleimhaut über eine schützende Hornschicht verfügt. Bei Verletzungen oder Ekzemen können allerdings auch hier Erreger eindringen. Beim beruflichen Umgang mit Kollegen am Arbeitsplatz besteht ebensowenig Ansteckungsgefahr wie bei Besuchen von Schwimmbad oder Sauna oder
*gemeinsamem Essen. Kein Risiko gibt es auch bei ärztlichen und zahnärztlichen Behandlungen, da die Desinfektion von Instrumenten das Virus zuverlässig abtötet.
Gedichte und Sprüche von Heinrich Heine
Alte Rose
Eine Rosenknospe war
Sie, für die mein Herz erglühte;
Doch sie wuchs, und wunderbar
Schoss sie auf zu voller Blüte.
Ward die schönste Ros im Land,
Und ich wollt die Rose brechen,
Doch sie wusste mich pikant
Mit den Dornen fortzustechen.
Jetzt, wo sie verwelkt, zerfetzt
Und verklatscht von Wind und Regen -
Liebster Heinrich bin ich jetzt,
Liebend kommt sie mir entgegen.
Heinrich hinten, Heinrich vorn,
Klingt es jetzt mit süssen Toenen;
Sticht mich jetzt etwa ein Dorn,
Ist es an dem Kinn der Schönen.
Allzu hart die Borsten sind,
Die des Kinnes Wärzchen zieren-
Geh ins Kloster, liebstes Kind,
Oder lasse dich rasieren
Gedichte und Sprüche von Annette von Droste-Hülshoff
Alte und neue Kinderzucht l
I
In seiner Buchenhalle saß ein Greis auf grüner Bank,
Vor ihm, in grünlichem Pokal, der Rebe Feuertrank;
Zur Seite seiner Jugend Sproß, sich lehnend an den Zweigen,
Ein ernster Vierziger, vernahm des Alten Wort in Schweigen.
»Sohn«, sprach der Patriarch, es klang die Stimme schier bewegt:
»Das Kissen für mein Sterbebett, du hast es weich gelegt;
Ich weiß es, eine Träne wird das Leichentuch mir netzen,
In meinen Sessel wird dereinst ein Ehrenmann sich setzen.
»Zu Gottes Ehr' und deiner Pflicht und nach der Vordern Art
Zog ich in aller Treue dich, als schon dein Kinn behaart.
Nicht will die neue Weise mir zum alten Haupte gehen,
Ein Sohn hat seinen Herrn, so lang zwei Augen offen stehen.
»Mein Vater, — tröst' ihn Gott, er fiel in einem guten Strauß! —
War Diener seinem Fürsten und ein König seinem Haus,
Sein treues Auge wußte wohl der Kinder Heil zu wahren,
Den letzten Schlag von seiner Hand fühlt' ich mit zwanzig Jahren.
»So macht' er mich zum Mann, wie du, mein Sohn, zum frohen Greis,
Zum Mann, der tragen kann und sich im Glück zu fassen weiß.
Wie mag, wer seiner Launen Knecht, ein Herrenamt bezwingen?
Wer seiner Knospe Kraft verpraßt, wie möcht' er Früchte bringen?
»Nur von der Pike dient sich's recht zum braven General.
Gesegnet sei die Hand, die mir erspart der Torheit Wahl!
Mit tausend Tränen hab' ich sie in unsre Gruft getragen;
Denn eines Vaters heil'ge Hand hat nie zu hart geschlagen.
»Mein Haar ist grau, mein blödes Aug' hat deinen Sproß gesehn;
Bald füllst du meinen Sitz, und er wird horchend vor dir stehn.
Gedenk der Rechenschaft, mein Sohn, lehr' deinen Blick ihn lesen,
Gehorsam sei er dir, wie du gehorsam mir gewesen!«
So sprach der Patriarch und schritt entlang die Buchenhall',
Ehrfürchtig folgte ihm der Sohn, wie Fürsten der Vasall,
Und seinen Knaben winkt er sacht herbei vom Blütenhagen,
Ließ küssen ihn des Alten Hand und seinen Stab ihn tragen.
Gedichte und Sprüche von Annette von Droste-Hülshoff Alte und neue Kinderzucht l
I
In seiner Buchenhalle saß ein Greis auf grüner Bank,
Vor ihm, in grünlichem Pokal, der Rebe Feuertrank;
Zur Seite seiner Jugend Sproß, sich lehnend an den Zweigen,
Ein ernster Vierziger, vernahm des Alten Wort in Schweigen.
»Sohn«, sprach der Patriarch, es klang die Stimme schier bewegt:
»Das Kissen für mein Sterbebett, du hast es weich gelegt;
Ich weiß es, eine Träne wird das Leichentuch mir netzen,
In meinen Sessel wird dereinst ein Ehrenmann sich setzen.
»Zu Gottes Ehr' und deiner Pflicht und nach der Vordern Art
Zog ich in aller Treue dich, als schon dein Kinn behaart.
Nicht will die neue Weise mir zum alten Haupte gehen,
Ein Sohn hat seinen Herrn, so lang zwei Augen offen stehen.
»Mein Vater, — tröst' ihn Gott, er fiel in einem guten Strauß! —
War Diener seinem Fürsten und ein König seinem Haus,
Sein treues Auge wußte wohl der Kinder Heil zu wahren,
Den letzten Schlag von seiner Hand fühlt' ich mit zwanzig Jahren.
»So macht' er mich zum Mann, wie du, mein Sohn, zum frohen Greis,
Zum Mann, der tragen kann und sich im Glück zu fassen weiß.
Wie mag, wer seiner Launen Knecht, ein Herrenamt bezwingen?
Wer seiner Knospe Kraft verpraßt, wie möcht' er Früchte bringen?
»Nur von der Pike dient sich's recht zum braven General.
Gesegnet sei die Hand, die mir erspart der Torheit Wahl!
Mit tausend Tränen hab' ich sie in unsre Gruft getragen;
Denn eines Vaters heil'ge Hand hat nie zu hart geschlagen.
»Mein Haar ist grau, mein blödes Aug' hat deinen Sproß gesehn;
Bald füllst du meinen Sitz, und er wird horchend vor dir stehn.
Gedenk der Rechenschaft, mein Sohn, lehr' deinen Blick ihn lesen,
Gehorsam sei er dir, wie du gehorsam mir gewesen!«
So sprach der Patriarch und schritt entlang die Buchenhall',
Ehrfürchtig folgte ihm der Sohn, wie Fürsten der Vasall,
Und seinen Knaben winkt er sacht herbei vom Blütenhagen,
Ließ küssen ihn des Alten Hand und seinen Stab ihn tragen.